Mozart & co. recomposed mit dem Ensemble SoundLeaks

Immer wieder finden wir bei den Komponisten unserer Zeit das ganz bewusste Bekenntnis zu den Werken Alter Meister, durch die ein neues musikalisches Werk entsteht: eine Melange aus Alt und Neu in unterschiedlichster Gewichtung. Mal tritt dabei das Profil des Vorbildes, mal das des Bearbeiters deutlicher zutage – eine altehrwürdige Ikone der Musik wird hier mit epochalem Abstand überformt.

Ulrich Kreppein – Abendlied

Ulrich Kreppein geht in seinem Abendlied, dem letzten seiner drei Fantasiestücke, dabei ganz im Sinne einer musikalischen Spurensuche vor:

„Schließlich sind darin viele Spuren von Wiegenliedern versteckt oder kollagiert und es gibt zwei kurze Anklänge an Robert Schumann – zumindest würde ich sagen, dass das Schumann sein könnte – insofern ist da viel vertraute, frühere Musik drin, wie hinter einem Schleier mit verschiedenen Graden von Deutlichkeit.“

Salvatore Sciarrino – Mozart Adagio KV 356 und Gesualdo senza parole

Den sizilianischen Komponisten Salvatore Sciarrino, der mit Leidenschaft Musik früherer Komponisten bearbeitet, fasziniert besonders Wolfgang Amadeus Mozart. Bei dessen Adagio KV 356, übertrug Sciarrino den überirdisch-fragilen Klang der Glasharmonika in eine anrührend zarte Fassung für Kammerensemble. Auch auf den Renaissance-Meister Carlo Gesualdo hat Sciarrino ein besonderes Augenmerk. Vier Madrigale seines Landsmannes versah er in seiner Hommage Gesualdo senza parole mit heutigen Akzenten.

Tristan Murail – Feuilles a travers les cloches

Ein feinnervig-zartes Klangbild zeichnet Tristan Murail, ein Lehrer Robert Kreppeins, in Feuilles à travers les cloches (dt. Durch Glocken hindurch klingende  Blätter) auf, in welchem er dem Klavierstück Cloches à travers les feuilles von Claude Debussy nachgespürt. Mit gedämpftem Klavierklang à la Debussy und der Natur als Inspirationsquelle erweist er dem Meister des Impressionismus seine Referenz.

Isabel Mundry – Dufay-Bearbeitungen

Isabel Mundry schenkt in ihren Dufay-Bearbeitungen den Motetten des flämischen Renaissance-Meisters ein sensibles instrumentales Klangfarbenspektrum.

Volker Nickel – Redoute. 10 deutsche Tänze et al. für Oktett

Eigens für das Deutsche Mozartfest 2017 schrieb Volker Nickel seine 10 deutschen Tänze et al. für Oktett. Sie erinnern an das volkstümliche, um 1900 beliebte Genre der „Deutschen Tänze“. Gespielt und getanzt wurden sie gerne im Redoutensaal oder kurz der „Redoute“ – was dann den Saal ebenso wie die Tanz bezeichnen konnte. Ursprün glich bedeutete Redoute „Zufluchtsort“, etwa auch beim Festungsbau. Nickels Redoute erzählt eine Geschichte samt Intermezzo entlang einiger auf den Tanz bezogener Zitate.

Diese musikalischen „Zeitreisen“ erleben Sie am 24. Mai 2017 bei Retrospektive – Mozart & Co. recomposed, einem Konzert des Ensemble SoundLeaks der Augsburger Philharmoniker mit dem Pianisten Jürgen Kruse. Die musikalische Leitung des Abends, der im Rahmen des Deutschen Mozartfests 2017 stattfindet, übernimmt Johannes Gutfleisch. Konzertbeginn ist um 22 Uhr in der Staatsgalerie der Katharinenkirche (Eingang Schaezlerpalais, Maximilianstraße 46, 86150 Augsburg).


Retrospektive – Mozart & Co. recomposed
eine Veranstaltung des Deutschen Mozartfestes 2017
am 24. Mai 2017
in der Staatsgalerie der Katharinenkirche

Informationen und Karten: www.mozartstadt.de

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.