An was glaubst DU?

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen – und legte den Grundstein für seine Reformation der christlichen Kirche. Was im 16. Jahrhundert angestoßen wurde, veränderte Deutschland, Europa und die Welt. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal.

Durch ihre Historie ist die Stadt Augsburg – von Luthers Streitgespräch mit Kardinal Cajetan (1518) bis hin zum Augsburger Religionsfrieden (1555) – eng mit den religiösen Disputen des Dreißigjährigen Krieges und den Entwicklungen des Landes verbunden. So  stellt sich im Zuge des Reformationsjubiläums hier in Augsburg die Frage: Welche Rolle spielen Glaube und Religion heute im Zusammenleben der Menschen in der Friedensstadt? Und zu welchen Bekenntnissen drängt es die Bewohner?

Auf der Suche nach Antworten

In ihrem neuen Rechercheprojekt „Unruhe“ im Paradies gehen Harry Fuhrmann und Christiane Wiegand diesen und weiteren Fragen auf den Grund. Auf der Suche nach Antworten begab sich das Duo mitten unter die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Mit über vierzig alteingesessenen und neu zugezogenen Augsburgern verschiedenster Glaubensrichtungen und Überzeugungen kamen Fuhrmann und Wiegand ins Gespräch. Die unterschiedlichen Geschichten brachten Gräben in der Stadtgesellschaft zu Tage, offenbarten Träume und Ängste und warfen Fragen an die gemeinsame Zukunft auf. Basierend auf diesen Gesprächen entwickelte das Regieteam einzelne Figuren diverser Überzeugungen und Religionszugehörigkeiten. Im Laufe des Abends erzählen diese von ihren persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen, treffen aufeinander und geben einen Einblick in die Komplexität von Glaube und friedlichem Zusammenleben.

Altbekanntes Team

Bereits in der Spielzeit 2009/10 entwickelten Harry Fuhrmann und Christiane Wiegand in einer ähnlichen Herangehensweise die Produktion Die Weber von Augsburg – augsburg factory: web und walk. Auf der Grundlage von historischen Recherchen, vor allem aber Gesprächen mit Arbeiterinnen, Arbeitern und Angestellten erschufen Fuhrmann und Wiegand ein farbenfrohes Portrait der Augsburger Textilindustrie auf dem Gelände der Dierig Holding AG in Pfersee.

Puppenspielkunst in der brechtbühne

Nun begeistert das Duo seit Samstag mit seiner aktuellen Produktion „Unruhe“ im Paradies in der brechtbühne. Dafür haben sich die beiden ein paar ganz besondere Gäste gesucht: Neben sechs Schauspielern unseres Ensembles und Susanne Reng vom Jungen Theater Augsburg, wurden für das Recherchestück auch drei Studenten der „Zeitgenössischen Puppenspielkunst“ der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin engagiert. Mit ihren zahlreichen Figuren sorgen die Puppenspieler immer wieder für überraschende Momente, die begeistern und verzaubern.

Neue Arenabestuhlung

Außerdem haben Sie im Rahmen der Produktion die Möglichkeit die brechtbühne einmal ganz neu zu erleben! Nach der letzten Faust-Vorstellung im April hieß es nämlich „Bye, bye Tribüne“ und „Hallo Arena-Bestuhlung“. Die gewohnte Tribüne mit ihren dreizehn Reihen wich einer drei- beziehungsweise vierreihigen Bestuhlung, welche die Bühne nun arenengleich an drei Seiten umschließt. Die Folge? Trotz gleicher Adresse erleben Sie in der brechtbühne nach dem Tribünen-Ausbau nun eine völlig neue Spielstätte, in der die Darsteller viel näher an das Publikum herankommen und die Produktionen aus einer neuen Perspektive zu erleben sind. Vorbeikommen und Staunen!


„Unruhe“ im Paradies
nächste Vorstellung heute Abend und noch bis 25. Juni 2017 in der brechtbühne

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